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Neuordnung des römischen Reiches durch Diokletian
Trotz aller Vergötterung seiner Person kommt Diokletian, früher Diocles, aus einfachen bäuerlichen Verhältnissen aus der Provinz Illyrien im Balkan. In der Zeit Kaiser Carus und seinem Sohn Numerian diente er sich vom Soldaten zum protectores domestici, Befehlshaber der Gardeeinheit, hoch.
Nach Tod des Numerian und Intrigen um seine Thronfolger ernannte die Armee in guter Soldatenkaisertradition 284 n.Chr. einen Nachfolger aus den eigenen Reihen zum römischen Kaiser: Gaius Aurelius Valerius Diocletianus.
Unter dem göttlichen Schutz Jupiters, als Iovius, etablierte Kaiser Diokletian wieder die Staatsautorität in einem seit Jahrzehnten im Chaos versunkenen römischen Reich. Er erneuerte und stabilisierte das Reich durch Stärkung der Streitkräfte, der Grenzen und Reform der Verwaltung und Gesetze. Er gebot den Preistreibern Einhalt, um der maßlosen Inflation Herr zu werden. Er verordnete Steuerbemessungsgrundlagen in Abhängikeit der Ertragskraft des Betriebes und einen geregelten Staatshaushalt, ein Novum. Die neue Ordnung kam unseren römischen Bürgern zugute!
Als grosser Denker, Ordner und Planer schuf unser grosser Augustus die erste Tetrachie/Vierkaiesertum, und ernannte Marcus Maximianus 286 n.Ch. zum Mitkaiser; er überantwortete ihm die andere Hälfte, den Westteil des römischen Reiches. Zur Stabilisierung insbesondere der Nachfolge stellte er jedem der Augusti, also sich und Maximianus, jeweils einen Unterkaiser, Caesar genannt, zur Seite. Die Caesaren sollten abgelegene Reichsgebiete im Namen der Augusti verwalten. Sie hatten die Aufgabe Legionen zur Eroberung neuer Territorien zu führen und die Reichsgrenzen vor einfallenden Germanen am Rhein und Goten an der Donau zu schützen.
Augustus Diokletian wählte 293 n.Chr. seinen Landsmann Galerius zum Caesar, früher ein Hirte, heute ein effizenter wie blutrünstiger Heerführer mit Auszeichnungen für siegreiche Schlachten in Ägypten, Griechenland und Persien (298 n.Chr. Sieg gegen Perserkönig Narses).
Augustus Maximian ernannte meinen Vater, Flavius Valerius Constantius (Constantius Chlorus), 293 n.Chr. zum Caesar und Nachfolger.
Diokletians Vier-Kaiser-Herrschaftsordnung 284-305 n.Chr. (1. Tetrachie)
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Weströmisches Reich |
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Oströmisches Reich |
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Augustus
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Marcus Maximianus
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Gaius Aurelius Valerius Diocletianus
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| genannt |
Maximian
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Diokletian
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| Geburt |
um 240 bei Sirmium (Sremska Mitrovica)/Pannonien |
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um 240 Dalamtien/Illyrien |
| Tod |
Juli 310 Marseil/Gallien |
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3.12.313/316 Salona (Kroatien) |
| Laufbahn |
Bauernsohn, Soldat, Waffengefährte Diokletians, Oberkomando Westreich |
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Militär, Befehlshaber der Gardeeinheit unter Carus, danach Numerian |
| im Amt |
Ernennung durch Diokletian
- zum Caesar 21.07.285
- zum Augustus 01.04.286 - 01.05.305
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20.11.284 - 01.05.305 |
| Provinzen |
Spanien, Gallien, Britannien |
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Lybien, Ägypten, Arabien, Syrien |
| Residenzstadt |
Mediolanum (Mailand), Aquileia |
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Nikomedia(Izmit) |
sakrale Legitimierung |
Herculius, Abkömmling Herkules |
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Iovius, Abkömmling Jupiters |
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seit 293 zusäzliche Ernennung zweier Caesaren
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Caesar
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Flavius Valerius Constantius
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Gaius Galerius Valerius Maximianus
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| genannt |
Constantius Chlorus (der Bleichgesichige)
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Galerius
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| Geburt |
um 250 Illyrien |
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um 250 Serdica (Sophia) |
| Tod |
306 bei Eboracum (York) |
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313 Serdica |
| Laufbahn |
Statthalter Provinz Naissus (Serbien), Prätorianerpräfekt unter Maximian |
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illyrischer Hirte, Militär unter Aurelian, später Probus |
| Feldzüge |
- 296 n.Chr. Britannien, Sieg geg. Picten, Skoten
- Sieg geg. Alamannen, Helvetier
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- 294 n.Chr. Ägypten,
- 295 n.Chr. Ktesiphon (griech. Seleukeia) gegen die Sassaniden,
- 287/298 n.Chr Persien Sieg gegen Narses
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| im Amt |
01.03.293 - 01.05.305 |
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01.03.293 - 01.05.305 |
| Legitimität |
Ernennung, Adoption durch Maximian, Herculius |
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Ernennung, Adoption durch Diokletian, Iovius |
| Heirat |
Theodora, Stieftochter Maximians |
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Valeria, Tochter Diokletians |
| Provinzen |
Westliche des Reihns: Gallien, Britannien |
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Südlich der Donau: Pannonien, Illyrien, Thrakien |
| Residenzstadt |
Augusta Treverorum (Trier), Eboracum (York) |
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Sirmium/Save, Thessalonike |
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Territoriale Aufteilung des Römischen Reiches 293-306 n.Chr.
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Constantius Chlorus
Mein Vater Flavius Valerius Constantius heiratete 289 n.Chr., als ich wohl vier Jahre alt war, Maximians Stieftochter Theodora, worauf er sich von meiner Mutter und Konkubine Flavia Helena, vormals eine Stallmagd, formal trennen musste. Ich sah ihn daher zum ersten Mal erst als heranwachsender Jüngling. Zu meiner Geburt (285 n.Chr.?) Statthalter in der Provinz Naissus in Serbien, dann Prätorianerpräfekt am Hofe Maximians, unterstanden meinem Vater als Caesar nun die Provinz Gallien, insbs. Schutz der Rheingrenze vor Franken und Normannen, und später nach seiner erfolgreichen Rückeroberung die Provinz Britannien. So machte er neben Augusta Treverorum (Trier) an der Mosel auch Eboracum (York) an der Ouse zur seiner zweiten Residenzstadt. Er sah in seinen Untertanen römische Bürger, erhob weniger Steuern entsprechend der Armut seiner Provinzen und lebte mit seinem Hof in bescheidenen Verhältnissen, was ihm den Spott seiner Mitkaiser einbrachte, ein Weichling zu sein.
Jugend Konstatins
So wuchs ich am Hofe unter der Obhut meiner Mutter Helena in der Villa Urbana in Trier auf. Hier begann mein Vater mit dem Ausbau des Palastbezirks, den Kaiserthermen, dem Amphitheater und dem Circus Maximus, wo ich mit meinen Freunden einige Wagenrennen miterlebte. In meiner Jugend wechselte ich in das oströmische Reich an den Hof Diocletians nach Nikomedia und genoss die gute Ausbildung durch meinen Lehrer Laktanz, einen damals 40-jährigen Rethor und Schriftsteller aus Nordafrika stammend, den ich bald zu schätzen begann. Leider musste er den Hof Diokletians verlassen, weil er dieser christlichen Sekte beitrat.
Unter Diokletians Caesar Galerius absolvierte ich meinen Militärdienst u.a. am Grenzgebiet an der Donau, wobei ich meinen Mut unter Beweis stellen sowie die Loyalität meiner Kameraden erlangen konnte und erhielt als Tribun obersten Ranges Auszeichnungen für meine kriegerische Tüchtigkeit.
Christenverfolgung
Durch seinem Manichäer-Edikt verbot Diokletian die christliche Glaubensausübung. Eigentlich sind wir Römer anderen Göttern gegenüber tolereant, bis hin zur Einbeziehung in unseren Pantheon; das Christentum wurde bereits 260 n.Chr. unter Gallienus staatlich anerkannt. Vielleicht aber erboßte Diokletian die Sturheit der Christen einzig und alleine ihren eigenen Gott anzubeten. Nach den vielen Jahren der Anarchie wollte er nun mit Hilfe der Religion die alte römische Ordnung wieder etablieren; ihn sorgte wohl die immer größer werdende Ausbreitung des Christentums im oströmischen Reich und die Zurückdrängung römischer Werte. Oder war es der antichristliche Einfluß des ungehobelten Ceasars Galerius, wie einige behaupten? Infolge der Verschärfung durch drei weitere Edikte, erreicht die Verfolgung und Tötung vieler Christen im Jahre 303 n.Chr. ein Ausmaß, wie es der Staatsordnung Diokletians nicht hätte mehr schaden können. War dies ein Grund für die Herrschermüdigkeit unseres Kaisers und die heutige Machtübergabe an Galerius, welcher die Christenverfolgung tatkräftg umsetzte?
Genau in diesem Jahr, im November (303 n.Chr) traf sich Diokletian mit seinem Mitkaiser Maximian in Rom zu den Vicennalen ihrer gemeinsamen Herrschaft, um den geordneten Machtwechsel (Doppelabdankung) vorzubereiten. Dort gab Maximian zähneknirschend Diokletian das Versprechen zwei Jahre später am 1. Mai die Thronfoge zu vollziehen, auch wenn es dem machtgierigen Maximian nicht gefiel.
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