Horizontalsonnenuhren
Horizontalsonnenuhren sind im Gegensatz zu Mittagssonnenuhren Ganztagessonnenuhren, die die Zeit über die gesamte Dauer der Sonnenstunden anzeigen.
Das Zifferblatt befindet sich bei Horizontalsonnenuhren in horizontaler Lage (daher der Name). Der Schattenstab steht jedoch nicht sekrecht zum Zifferblatt, sondern ist um einen bestimmten Winkel gegen die Horizontale nach Norden geneigt. Dieser Winkel ergibt sich aus der geographischen Breite des Ortes, an dem die Sonnenuhr aufgestellt werden soll.
Die Stundenlinien haben keine gleichmäßigen Abstände, da der Schatten auf einer horizontalen Fläche nicht proportional zum Stundenwinkel der Sonne fortschreitet.
Beim Aufstellen der Sonnenuhr muss darauf geachtet werden, dass die Ziffer 12 des Zifferblattes (12 Uhr mittags) ebenfalls nach Norden ausgerichtet ist.
Bei diesem Beispiel von einer Horizontalsonnenuhr handelt es sich um ein Kunstobjekt, jedoch keine "richtig" funktionierende Sonnenuhr, da der Schattenstab nicht gegen Norden geneigt ist.
Diese "Sonnenuhr" befindet sich auf dem Willy-Brandt-Platz hinter der Basilika in Trier. Es handelt sich um einen Brunnen, der die Form einer Sonnenuhr hat. Es ist jedoch wie gesagt fraglich, ob sie funktioniert. Es gibt jedoch senkrechte Schattenwerfer (wie beispielsweise bei der analemmatischen Sonnenuhr), dabei muss der Stab jedoch im Laufe des Jahres entlang der Nord-Süd-Achse verschoben werden.
Der "Sonnenbrunnen" auf dem Willy-Brandt-Platz in Trier ist das Werk von Karl-Jakob Schwalbach. Er wurde zur 2000-Jahr-Feier Triers im Jahr 1985 vom Land Rheinland-Pfalz geschenkt.
"Die Brunnenanlage sollte eine möglichst wirkungsvolle
Beziehung zu den benachbarten Stadträumen, insbesondere dem Konstantinplatz,
haben. Außerdem sollte sie einen Bezug zur historischen Bebauung am Platz und
zur Geschichte Triers, der ältesten Stadt Deutschlands, aufweisen. Gefragt waren
weiterhin die plastische Wirkung des Brunnens und die optisch eindrucksvolle
Darbietung des Wassers als lebendiges Element.
Karl-Jakob Schwalbach hat die Anforderungen und Erwartungen des Bauherrn voll
erfüllt. Die Ausrichtung des Brunnens in Nord-Süd-Richtung korrespondiert mit
der Längsachse der Basilika und wiederholt sich in der Querachse der
Basilikaapsis. Der zweigeteilte Brunnenboden erinnert an Erd- und
Gesteinsschichtungen und stellt dadurch einen historischen Bezug zum
Amphitheater in Trier dar. Die Tierfiguren auf den Säulenstümpfen des
Brunnenrandes dagegen symbolisieren fünf Geschichtsepochen Triers bis zur
Gegenwart: Das Pferd erinnert an die Treverer, ein Reitervolk: der Adler mit
Liktorenbündel an die Römerzeit: das Lamm mit Krummstab und Schwert an die
geistliche und weltliche Macht der mittelalterlichen Fürstbischöfe: der Hund an
die preußische Epoche und die Taube steht als Friedenszeichen für die Gegenwart.
Durch die unterschiedliche lokale Herkunft der Gesteine - Bayerwaldgranit für
den Brunnen mit 12 Meter Durchmesser, die 12.60 Meter hohe Säule aus rosa
Riesengebirgsgranit (Tschechien), das Granitpflaster aus Portugal und die
Platzornamentik aus roten Vogesen-Granit-Platten (Frankreich) - hat der
Künstler, fast unbeabsichtigt, einen europäischen Platz geschaffen. Aufgrund
eines Vorschlags des Bildhauers wurde der Brunnen durch eine Trinkwasserquelle
ergänzt. Am Auslaufrohr wurde das Wort "Trinkwasser" in acht Sprachen
eingegossen. Auf der unter dem Trinkwasserhahn befindlichen Bronzeplatte stehen
die Namen von berühmten Bildhauern und Baumeistern aus 2000 Jahren Trierer
Geschichte."
(Quelle: http://www.roscheiderhof.de/kulturdb/kultur/kultur12.html)
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